Einfach kann jeder! Ein Credo, mit dem sich der Immobilien-Entwickler Christian Schmid in den vergangenen Jahren seine kleine, aber feine Nische im hiesigen Immobilien-Markt aufgebaut hat. Sein ganz besonderes „Alleinstellungsmerkmal“: historische Immobilien, an die sich sonst kein Mitbewerber „heranwagen“ würde, zu Mehrfamilien-Wohnhäusern „mit echt coolen Wohnungen“ auszubauen.

Das alte Gebäude von Elektro-Seeger in Rohrdorf zum Beispiel –das jahrelang nach einer wirklich sinnvollen neuen Nutzung suchte. Aus dem Schmid mit viel Fantasie, fachlichem Können und maximaler Kreativität eine hippe Wohnadresse in zentraler Lage gemacht hat.

Und das letztlich zu Preisen für die neuen Besitzer der Eigentumswohnungen oder deren Mieter, die deutlich unter den ortsüblichem Preisgefüge liegen. „Weil wir den vorhandenen Rohbau der historischen Bausubstanz so weit wie irgend möglich wiederverwenden.“ Was natürlich reichlich Kosten spart –gerade auch für die Kunden von Christian Schmid.

Gerade erst hat er wieder solch eine besondere Immobilie in seinen Besitz genommen –ander ebenfalls andere bereits „gescheitert“ waren: die ehemalige neuapostolische Kirche in Wildberg –wieder in zentraler Lage, am Hang oberhalb der Bundesstraße –gegenüber der Esso-Tankstelle und dem Opel-Händler. „Südwest-Lage“, eine echter Traum –jetzt schon, wenn es nicht eben ein ehemaliger Kirchenbau wäre. Der durch mehrere Hände –auch von Kollegen –ging, bevor jetzt Christian Schmid „das Schätzchen“ entdeckte. Und sofort dessen Potential erkannte, auch daraus wieder modern geschnittene, urbane Wohnträume für den begrenzten Geldbeutel zu gestalten.

„Mein Frau sagt, ich hab‘ ’nen Vogel“, meint Christian Schmid mit einem Lächeln, als er zuhause erzählte, er würde eine ehemalige Kirche kaufen. Aber der Nagolder Immobilien-Entwickler sieht solche Gebäude eben mit ganz anderen, ganz eigenen Augen: „Die schönen hohen Räume, das viele Holz –gerade die Fassade zur Hangseite.“ Was Schmid in solchen Dingen erkennt: „Man kann Zwischendecken einziehen, um mehr Wohnraum zu gewinnen.“ Immer energetisch sinnvoll und nachhaltig konzipiert gedämmt, damit jede der künftigen Etagen maximalen Wohnkomfort –und Ruhe hier oben –haben wird. Und Fassaden, die sich leicht öffnen lassen, um große Fenster oder gar lichte Balkone ein- und anzubauen. „Ein bunter Strauß“ eben „von tausend Möglichkeiten, aus dem ehemaligen Gotteshaus eine echt lebenswerte Wohnimmobilien für den Rest eines Lebens zu machen.“ Wohlfühlen. Inspiriert sein von den eigenen Vierwänden. „Die vorhandene Bausubstanz gibt das auf jeden Fall her!“

Aber bis es soweit ist und aus dem vorhandenen, historischen Gebäude, den Ideen von Schmid und seinen Architekten und der präzisen und bedingungslosen Baukunst seines eingespielten Handwerker-Teams auch tatsächlich wieder ein echter Wohntraum werden kann, heißt es erst mal:„Richtig hart arbeiten!“ Dieser Tage wurden die ersten Sondierungsbohrungen an der ehemaligen Kirche vorgenommen, um die Stabilität der Wände –die Statik, mit der weiter kalkuliert werden kann –zuermitteln. Klar gibt es Pläne aus der Bauphase der Kirche. „Aber es ist immer besser, den echten Ist-Zustand eines Gebäudes sicher zu ermitteln.“ Danach wird sich dann herauskristallisieren, was an „relativen Verrücktheiten“ mit dem Bau möglich sein könnte. Wobei das durch und durch positiv gemeint ist: „Es geht darum, wie man die Funktionen, die eine moderne Wohnung heute seinen Nutzern bieten muss, bestmöglich in den Bestand hinein plant“ –samt all den Dingen, die aus reinem Wohnen einen echten Lebens- und Wohlfühlraum machen. „Und das zu den bestmöglichen Konditionen für spätere Käufer und Mieter.“

Klappt alles wie vorgesehen, soll die „Kirche am Wildberg“ bis Ende dieses Jahres baureif geplant und hoffentlich auch über den Bauantrag baureif entschieden sein. „Sodass wir noch vor dem Jahreswechsel mit dem Um- und Ausbau beginnen können.“ Ziel sei es, am Ende „so um die 350 Quadratmeter Wohn-und Nutzfläche“ aus dem Bestand herauszuholen –was drei bis vier große und familienfreundliche Wohnungen ergeben würde. Die dann auch im Unterhalt solide Verlässlichkeit liefern werden: Ein eigens engagierter Fachplaner soll dafür ebenfalls „das bestmögliche“ Energiekonzept für die künftige neue Wohnimmobilie erstellen. „Um ja nichts dem Zufall zu überlassen.“

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von Axel H. Kunert / STADTBUMMEL IN NAGOLD 15. Juli 2020